Der Blutdruck folgt keinem einfachen Schema von „aktiv = hoch, ruhig = normal". In Wahrheit wird der Ruhe-Blutdruck von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt, die 24 Stunden am Tag wirken — unabhängig davon, ob wir sitzen, liegen oder schlafen.
Das Tückische: Ein erhöhter Ruhe-Blutdruck verursacht keine Symptome. Man spürt ihn nicht. Er arbeitet im Hintergrund — jahrelang — und schädigt leise die Gefäße, das Herz und die Nieren. Bis eines Tages ein Ereignis eintritt: Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen.
Fünf biologische Mechanismen erklären, warum der Blutdruck auch in Ruhe erhöht sein kann:
Nicht beeinflussbar
Alter (Gefäßsteifigkeit nimmt zu), Genetik (familiäre Disposition), Geschlecht (Männer früher betroffen, Frauen nach der Menopause). Diese Faktoren können nicht verändert werden — aber ihre Auswirkungen können durch Lebensstil abgemildert werden.
Beeinflussbar
Salzkonsum (>5 g/Tag), Bewegungsmangel (<150 Min./Woche), Übergewicht (BMI >25), chronischer Stress, Schlafmangel (<7 Stunden), Alkohol (>1 Glas/Tag), Rauchen. Diese sieben Faktoren sind bei der Mehrheit der Betroffenen die Hauptursachen — und alle sind veränderbar.
Fünf evidenzbasierte Maßnahmen, die den Ruhe-Blutdruck nachweislich senken:
Der Blutdruck steigt in Ruhe, weil die Ursachen 24 Stunden am Tag wirken: chronischer Stress, steife Gefäße, zu viel Salz, zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung. Die gute Nachricht: Alle beeinflussbaren Faktoren lassen sich durch einfache, kostenlose Alltagsmaßnahmen verändern — ohne Medikamente, ohne Geräte, ohne spezielle Programme.
- ESC/ESH Guidelines for the management of arterial hypertension, European Heart Journal, 2023.
- Whelton PK et al. ACC/AHA Hypertension Guideline, Journal of the American College of Cardiology, 2022.
- Grillo A et al. Sodium Intake and Hypertension, Nutrients, 2019; 11(9): 1970.
- Naci H et al. How does exercise treatment compare with antihypertensive medications? British Journal of Sports Medicine, 2019.
- Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie: Jahresbericht 2025.